Dienstag, 17. März 2015

[Rezension] Die Leiden des jungen Werther

Informationen zum Buch

Titel: Die Leiden des jungen Werther
Autor: Johann Wolfgang Goethe
(Erst-)Erscheinungsdatum: 1774
Format: TB
Verlag: Reclam
ISBN-10: 3150191246
ISBN-13: 978-3150191248
Seiten: 206
Preis: 4,60€

Das Buch und ich

Da ich dieses Buch immer nebenbei für die Schule gelesen habe, kann ich nicht mehr sagen, von wann bis wann ich es genau gelesen habe. Begonnen habe ich Ende letzten Jahres und beendet habe ich es Anfang diesen Jahres.

Das Buch in den Challenges

CdG: 26 - Ein Buch, welches sich gezogen hat (über eine Woche).
SuB: 11 - Ein Buch von einem Autor, von dem ich schon mehreres gelesen habe.
Bin: Bücher-Bingo - Debütroman

Rezension
Klappentext
-
Der Schreibstil
Es ist natürlich klar, dass Goethe einen anderen Schreibstil hatte, als beispielsweise Kerstin Gier. Er lebte in einer anderen Zeit, in der andere Sachen modern waren etc. und deswegen stört mich die Sprache prinzipiell erst einmal gar nicht. Was mich an diesem Buch gestört hat - und das ist auch gleich mein größter Kritikpunkt - ist dieses extreme Geschwärme. Ja, Werther liebte die Natur, ja, Werther liebte Lotte, aber muss er dabei immer wieder jeden Superlativ nutzen, den unsere Sprache hergibt?
Die Handlung
Werther verlässt seine Heimat und zieht ein wenig im Land umher, bis er nach Wahlheim kommt und sich dort zunächst einmal niederlässt. Er macht die eine oder andere Bekanntschaft und lernt schließlich Lotte kennen, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Von nun an gibt es nur noch sie für ihn... Das Problem: Sie ist bereits vergeben. Und weil Lotte ein bisschen rationaler als Werther denkt und handelt, entscheidet sie sich gegen ihn...
Das ganze ist als Briefroman aufgebaut und deshalb größtenteils aus der Sicht von Werther. Die Grundhandlung und die Probleme, vor die der Protagonist gestellt wird, sind heute noch immer - vielleicht sogar noch mehr als früher - aktuell. Und in den Grundzügen hat mir das ganze ja auch gefallen, aber das ständige Abschweifen vom Thema in Werthers Briefen, hat mich auf die Dauer echt genervt...
Die Charaktere
Werther ist ein psychisch labiler junger Mann. Zu Beginn des Buches ist er noch recht lebensfroh, auch wenn er bereits dort in der einen oder anderen Weise Anzeichen von Depressionen oder einer ähnlichen Erkrankung aufweist. Er ist sehr begeisterungsfähig, versteift sich jedoch schnell auf eine angebetete Sache... Oder Person, wie im Falle von Lotte.
Diese ist eine junge Frau, deren Mutter bereits verstorben ist, weshalb sie sich um ihre Geschwister kümmert. Lotte ist in herzensguter und emotionaler Mensch, allerdings bei weitem nicht so empfindsam, wie Werther, sondern immer noch mit der Fähigkeit des rationalen Denkens ausgestattet.
Fazit
Im Grunde gefällt mir das Buch, nur sind es mir dann doch zu viele "große Gefühle" auf einmal. Aus diesem Grunde leider nur 3 Eulen. (Bevor jetzt gleich Kommentare kommen wie: "Du gibst alten Büchern/Schulbücher ja gar keine Chance!" sei noch folgendes gesagt: Spätere Werke des Autors haben mir schon durchaus gefallen. Iphigenie auf Tauris ist ein wunderbares Drama und vielleicht eines der besondersten Bücher, die ich kenne. Also daran liegt es nicht :D)



Kommentare:

  1. Hey Mareike,
    nach "Die Buchspringer" will ich unbedingt dieses Buch lesen, aber jetzt bin ich doch etwas unsicher...:/

    AntwortenLöschen
  2. Hey Lena :)
    1. Wie schnell liest du so eine Rezi? Ich habe sie noch keine 5 Minuten veröffentlicht und schon hast du sie kommentiert :D
    2. Das ist ja auch eine sehr persönliche Meinung, und ich glaube gerade bei Werken wie diesem können die Meinungen ganz und gar unterschiedlich sein. Zwei meiner Freundinnen fanden es z. B. großartig. Andere fanden es noch langatmiger als ich... Gelesen sollte man es schon mal haben und dann kannst du dir deine Meinung bilden :D
    Liebe Grüße
    Mareike <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hihi, ich lese schnell;D Ja, der Meinung bin ich auch und in der Schule werden wir das Werk sicher noch lesen, doch da ich mir bei solchen Lektüren immer etwas unsicher bin, ob es mir tatsächlich zusagt, weiß ich (noch) nicht, ob ich schon einmal in meiner Freizeit das Werk lesen soll...

      Löschen
    2. Musst einfach mal gucken ;)
      Aber empfehlen kann ich wie gesagt auf jeden Fall Iphigenie :D Vielleicht gefällt dir ja auch das und das ist auch sprachlich wesentlich besser zu verstehen :)

      Löschen
  3. Hallo Mareike,
    Ich liebe ebenfalls Iphigenie und kann mit Werther nichts anfangen. Es gehört einfach zu den Büchern, die Gefühle und Schwärmereien über Logik setzen und das finde ich irgendwie albern. Sich so sehr von Gefühlen leiten und abhängig machen zulassen und nie den Verstand einzusetzen ist doch ungesund.
    Iphigenie ist da das Gegenteil. Sie denkt rational über die Dinge nach und kommt dadurch auch zu logischeren und nachvollziehbareren Entscheidungen.

    Schön mal eine Rezensione zu einem Klassiker zu lesen ;-)

    Liebe Grüße
    Souci

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Souci :)
      Ja, genau das trifft es! Das ist genau meine Meinung, und du hast es noch mal wesentlich besser als ich auf den Punkt bringen können :)
      Liebe Grüße <3

      Löschen
  4. Man muss auch sagen, dass Werther im Unterschied zu Iphigenie nicht den Anspruch hat, vorbildhaft zu sein. Beide Romane sind Repräsentanten ihrer Zeit. Klar, dass Iphigenie (als Werk der Klassik) dadurch eher diejenige ist, die Vernunft und Gefühl abwägt.

    Letztlich bleibt es natürlich Geschmackssache, was man mehr mag ^^.
    Ich kenne viele, die Werther in der Schule gelesen haben und ihn überhaupt nicht mochten (wobei die Schule ja gut darin ist, Bücher zu vermiesen). Für mich hingegen ist es mein Lieblingsbuch :).

    Liebe Grüße
    Davi

    AntwortenLöschen