Samstag, 30. Januar 2016

[Rezension] Ein Winter mit Baudelaire

Informationen zum Buch

Titel: Ein Winter mit Baudelaire
Autor: Harold Cobert
Format: eBook
Erscheinungsdatum: 1. November 2011
Verlag: Piper Taschenbuch (Pendo)
ISBN-10: 3492273432
ISBN-13: 978-3492273435
Seiten: 288
Preis: 8,99€

Das Buch in den Challenges

DgC: Hermes
QdJ: Ein Buch mit dem Wort "Winter" im Titel.

Rezension
Klappentext
Es wird Herbst in Paris, als Philippe den Boden unter den Füßen verliert. Nach der Trennung von seiner Frau zwingt sie ihn, die gemeinsame Wohnung zu verlassen, und verwehrt ihm den Kontakt zu seiner Tochter. Als wenig später sein Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, ist das der letzte Schritt, der ihn in den Abgrund stürzen lässt. Das Leben auf der Straße droht ihm den Rest seiner Würde zu nehmen. Doch dann begegnet er Baudelaire, der ihn mit beständigem Optimismus und treuem Hundeblick auf vier Pfoten zurück ins Leben führt. Dank ihm und mithilfe des einfallsreichen Kebabverkäufers Bébère und der weisen Toilettenfrau Sarah findet Philippe den Mut für einen Neuanfang. Un auf einmal scheint der Tag, an dem er seine Tochter wieder in die Arme schließen kann, gar nicht mehr so fern.
Der Schreibstil
An sich fand ich den Schreibstil Coberts nicht unangenehm. Allerdings hinterließ er auch keinen erinnerungswürdigen Eindruck bei mir. Es war teilweise ganz interessant, dem Autor zu folgen, teilweise aber auch einfach ermüdend, da die Beschreibungen und Ausführungen einfach so ausschweifend geraten konnten, dass mein Interesse an der eigentlich Handlung schnell verloren ging.
Die Handlung
Eigentlich steht schon fast alles zur Handlung oben. Ich verstehe schon allein nicht so ganz den Titel des Buches, da der Winter eigentlich erst wirklich beginnt, als schon... Ich weiß nicht mehr genau, aber wahrscheinlich so ca. die Hälfte des Buches um ist. Zumindest gefühlt. Während dieser Zeit bemitleidet sich Philippe viel und lebt seinem sozialen Abstieg entgegen. Irgendwann kommt dann ein Hund, der ihn zu einem zukünftigen Freund bringt, ... Ehrlich gesagt: Man hätte das Buch wahrscheinlich gut auf die Hälfte runterkürzen können, wenn man das Ausschweifen vermieden hätte. Allgemein gesehen, war die Idee hinter dem Buch zwar durchaus interessant für mich und ich habe mich gefreut, dass die Challenge mich zu diesem Buch führte, doch mit der Zeit ging diese positive Einstellung leider immer weiter nach unten. - Schade, die Thematik hätte mehr Potenzial gehabt!
Die Charaktere
Philippe hat zwar wirklich keine leichte Zeit, aber es gibt auch andere Leute, die ihre Frau und ihren Job verlieren und sich nicht mehr und mehr in Selbstmitleid vergehen. Ich finde das wirklich nervig. Auch, wenn Personen in meinem Umkreis so reagieren, werde ich nach einiger Zeit genervt davon. Klar, man darf mal schlecht drauf sein und ich kann es ja auch immer verstehen, wenn jemand mal guten Zuspruch bekommen möchte und alles, aber bitte in Maßen! Philippe ist für mich in einem nicht geringen Anteil des Buches vor allem eins: ein Jammerlappen, der nich in der Lage ist, endlich mal wieder von selbst auf die Beine zu kommen oder sich vernünftige Hilfe zu holen. Stattdessen sind immer die anderen Schuld. Die Versicherung, die ihm kein Geld gibt (er hat nie eine Arbeitslosenversicherung gehabt). Seine Frau, die seine Tochter nicht zu einem Arbeitslosen bringen will (okay, sicher hat er ein Recht auf Kontakt zu seinem Kind, aber dann muss man eben Initiative ergreifen. Und zwar anders, als er es tut!). Und überhaupt jeder, dem es besser geht. Sorry, solche Personen sind für mich einfach keine Sympathieträger...
Fazit
Ich hätte wesentlich mehr erwartet. Das Thema an sich hat ja Potenzial und könnte auch interessant und spannend aufbereitet werden können. - Wurde es aber leider nicht.



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