Dienstag, 13. Juni 2017

Rezension | The Sun is also a Star


The Sun is also a Star | Nicola Yoon | Dressler | HC | 400 Seiten | 19,99€ | ✼✼✼✼✼

Klappentext
Tatsache ist: Ich glaube nicht an Magie. Tatsache ist, wir sind magisch.
Als Daniel und Natasha sich zufällig in New York kennenlernen, verknallt Daniel sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Doch Natasha glaubt nicht an so etwas Albernes wie Liebe auf den ersten Blick. Daniel setzt alles daran, sie davon zu überzeugen, dass das, was sie spüren, wirklich Liebe ist. Ihm bleibt dafür nur ein einziger Tag - denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden. So viele Dinge mussten geschehen, so viele Zufälle passieren, damit ausgerechnet diese beiden zu genau dieser Zeit an genau diesem Ort aufeinandertreffen. Kann es da wirklich sein, dass das Schicksal ihnen nur einen einzigen Tag schenkt?
Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch geliebt!
So, nun zum etwas differenzierteren Teil: Dies war mein erstes Buch von Nicola Yoon, denn leider habe ich Du neben mir bisher noch nicht gelesen. Demzufolge hatte ich keine Vergleichsmöglichkeit und eigentlich hatte ich, als ich das Buch zu lesen begann nicht einmal eine Ahnung, worum es überhaupt ging. Eine amerikanische Booktuberin die ich sehr mag, hat es einem jedoch gerade zu aufgezwungen, da sie es so toll fand und so musste ich mir einfach meine eigene Meinung zu Nicola Yoon, ihrem Schreibstil, ihrer Geschichte und ihren Figuren bilden.


Der Schreibstil hat mich von Anfang an überzeugt. Auf der einen Seite schreibt die Autorin sehr simpel, leicht und schnell zu lesen. Auf der anderen Seite finden sich so viele Stellen, die gerade zu poetisch anmuten und dem Buch eine Tiefe geben, die die Handlung noch unterstützt. Denn auch, wenn es eine süße Liebesgeschichte ist, die wir hier zu lesen bekommen, ist dieses Buch mehr, als ein x-beliebiges Middle Grade Buch. Thematisiert werden Diversität, kulturelle Diskrepanzen, die Frage danach, was Heimat bedeutet, politisch aktuelle Themen wie Abschiebung und der Wunsch auf eine bessere Zukunft. Das Buch berichtet von Träumen, erfüllten und unerfüllten, von Emotionen jeder Art, von Hoffnung, Freundschaft, Einsamkeit, Familie (und zwar alle Facetten) und natürlich von der Liebe. Diese Vielfalt war es, die mich wirklich fasziniert hat und nicht zuletzt auch die Art, wie Nicola Yoon Geschichten verwebt. So finden sich immer wieder einzelne Kapitel, die Hintergründe von Nebencharakteren erläutern oder wissenschaftliche Erkenntnisse erläutert und gewissermaßen auf die Geschichte anwandeln. So etwas kann ganz schnell mal in die Hose gehen, doch Nicola Yoon hat es in meinen Augen wirklich großartig gelöst!
Auch - und vor allem - die beiden Protagonisten sind mir ganz ganz doll ans Herz gewachsen. Natasha tickt in vielen Dingen genauso wie ich und so fiel es mir so leicht wie wirklich selten, mich voll und ganz in einer Figur zu verlieren. Sie ist ein wunderbar warmherziger Mensch, der schon einiges in seinem Leben durchmachen musste. Dadurch hat sie sich gewissermaßen einen Panzer zugelegt und sich in das geflüchtet, worauf sie sich verlassen kann: Zahlen, Daten, Fakten und Naturgesetze. Sie ist (zumindest auf den ersten Blick) kein besonders romantischer Mensch. Somit ist sie das genaue Gegenteil von dem Frauen-/Mädchenbild, was in vergleichbaren Büchern häufig vermittelt wird. Ihr ist es wichtig, eine gute Karriere zu ergreifen, Ziele zu verwirklichen, etwas im Leben zu erreichen. An die Liebe denkt sie eher weniger und schon gar nicht in einer solchen Priorität, wie es in Jugendbüchern bei Protagonistinnen sonst der Fall ist.
Auch Daniel ist anders, als andere Charaktere in diesem Alter. Man könnte fast behaupten, dass die beiden die typischen Plätze einfach getauscht haben. Er möchte am liebsten Dichter werden (sehr zum Missfallen seiner Eltern, die ihn als Mediziner sehen wollen), ist ein hoffnungsloser Romantiker und glaubt an all das, an das Natasha nicht glaubt: Schicksal, Liebe und besonders an die Liebe auf den ersten Blick und so setzt er alles daran, Natasha für sich zu gewinnen. Dabei ist er ein so wunderbarer Mensch, dass ich mich gleich mit Natasha in ihn verliebt habe :-)


Fazit
The Sun is also a Star ist ein Buch, das nicht nur durch seinen wunderbaren Schreibstil und die wechselnden Perspektiven besticht, sondern v.a. durch Protagonisten mit viel Identifikationspotanzial außerhalb der klischeebelasteten Positionen, Charme und Humor. Und nicht zuletzt dadurch, dass aktuelle und zeitlose Themen aufgegriffen und perfekt in die Geschichte integriert werden. So bleibt es bis zum Ende hin spannend, emotional und einfach wunderbar.

✼✼✼✼✼
+

Ein großes Dankeschön an den Oetinger Verlag und die Netzwerk Agentur Bookmark für dieses Rezensionsexemplar!

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