Dienstag, 18. Juli 2017

DiesDas | Was war, ist und kommt... (II)

Ihr schönen Menschen!


Vor genau einem Jahr habe ich einen Post mit exakt dem selben Titel verfasst (zumindest wenn man das (II) wegnimmt, was ja aus genau diesem Grunde da ist...).
Vor einem Jahr hatte ich gerade mein Abitur bestanden, war mit einer Freundin in London, unseren Abiball organisiert und mit diesem einen wundervollen Ausklang für einen großen Abschnitt meines Lebens.
Wenn ich überlege, dass das alles erst ein Jahr her ist und dass meine kleine Schwester im Moment genau das alles erlebt, kann ich nur staunen, wie schnell die Zeit verfliegt...



1. Was war...

Auch, wenn euch vermutlich einiges von dem nun Folgenden bekannt sein dürfte, möchte ich mit diesem Post dort ansetzen, wo der letzte geendet hat: 
Ende August 2016 bekam ich eine E-Mail, die mein ganzes Leben verändern sollte: Sie stammte aus dem Studiendekanat der Universitätsmedizin Rostock und besagte, dass ich aufgrund meines Ranglistenplatzes für einen Studienplatz in meiner Wahluni vorgesehen war. Dieser Tag war für mich ein unfassbar toller, wie ihr euch vermutlich vorstellen könnt!


(c) Pinterest

So kam es also, dass ich ab Oktober 2016 in Rostock lebte und studierte. Die Medizin ist für mich ein Fach, dass nicht nur unglaublich vielfältig, sondern v.a. häufig auch sehr spannend ist.
Im ersten Semester lief alles ziemlich entspannt, neben den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik standen Terminologie (immerhin muss man das ganze Fachchinesisch... äh... -latein ja irgendwie verstehen :D), Allgemeine Anatomie und Bewegungsapparat, Embryologie, Histologie und Medizinische Psychologie auf dem Stundenplan. Das klingt ziemlich viel, aber rückwirkend betrachtet war es doch eine wirklich entspannte Zeit (zumindest, wenn man den Prüfungsmonat ausrechnet). Da ich in der Schule immer sehr gut in den Naturwissenschaften gewesen war, viel es mir in diesen Fächern auch jetzt noch recht leicht und ich musste nur einige Kenntnisse vertiefen. Schwerer fielen mir da schon die anatomischen Fächer, welche einfach sehr viel mit auswendig lernen zu tun haben und nur ein sehr geringes Maß an Verständnis voraussetzen. In der Schule hatte ich es gehasst, Dinge stupide lernen zu müssen, ohne dass es daran etwas zu verstehen gab. Meine Einstellung diesbezüglich musste (und muss ich noch immer) langsam aber sicher ändern.


Das Anatomiegebäude in Rostock...
Seit einem Jahr fast mein 2. zu Hause.

Das zweite Semester war dann schon wesentlich anstrengender: Bis zu 14 Stunden in der Woche hatte ich den Präparierkurs, der mal mehr, mal weniger interessant war. Hierfür gab es übers Semester verteilt vier Testate, was erst einmal nicht viel klingt. Für jedes dieser Testate mussten aber mindestens so geschätzte 200 Buchseiten gelernt werden und letztlich war man doch einer gewissen Willkür des Prüfers ausgesetzt. Zudem standen Vorlesungen in den Fächern Topographische Anatomie, Sinnesorgane, Organsysteme und Neuroanatomie (die ich mir in den meisten Fällen allerdings schenkte *hust*), sowie Medizinische Soziologie auf dem Plan.
Neben all dem hatte ich aber auch das Bedürfnis, mich einzubringen und zu engagieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich da einfach so bin und das wirklich brauche. Aus diesem Grunde trat ich in unseren Fachschaftsrat für Medizin und Medizinische Biotechnologie ein. Auch, wenn ich in vielen Themen noch nicht mitsprechen kann (weil ich keine Ahnung von bestimmten Profs oder von Fächern höherer Semester habe), ist es für mich sehr spannend "hinter die Kulissen" zu schauen und zu sehen, wie viel eine Gruppe von Studenten doch bewegen kann.


(c) fachschaft-medizin-rostock.de

Über den FSR kam ich auch zu der Gruppe RONIAmed (Rostocker Netzwerk für interkulturellen Austausch in der Medizin), in welcher wir uns v.a. für die Eingliederung ausländischer Studenten einsetzen und ihnen bei Problemen im Studium zu helfen versuchen.
Diese beiden Aktivitäten brauche ich wirklich und sie helfen mir bei dem ganzen Stress, auch mal etwas anderes zu tun, was trotzdem sehr wichtig ist.


RONIAmed und Gäste beim Hafen-Sommer-Grillen

Allgemein habe ich mich im letzten Jahr aus eigener Perspektive sehr verändert und entwickelt. Ich denke, dass ich in einigen Sachen spontaner und gelassener bin, manchmal vielleicht etwas zynischer und sarkastischer, aber im Grunde trotzdem ein ganz netter Mensch. Was sich allerdings ein wenig negativ entwickelt hat, ist meine Prüfungsangst insbesondere vor mündlichen Prüfungen. Aber gut, daran werde ich arbeiten.

2. Was ist...

Im Moment bin ich mit meinen Prüfungen vorerst durch und befinde mich somit in den Semesterferien. Ich werden den gesamten August ein Pflegepraktikum absolvieren, das letzte Mal. Dafür werde ich in einem Gefäßzentrum arbeiten und hoffentlich einige praktische Erfahrungen sammeln können.
Am 01.09. ziehe ich um. Zusammen mit einer Freundin ziehe ich in einen etwas weiter außerhalb gelegenen Stadtteil. Wenn alles eingerichtet ist, werde ich euch natürlich ein paar Fotos zeigen ;-)
Dann werde ich im September relativ viel Zeit ins Lernen stecken, denn Anfang Oktober findet für mich der Hirnkurs statt mit anschließendem ZNS-Testat. Auf diesen Kurs freue ich mich schon unbeschreiblich, denn das Gehirn ist sozusagen mein Lieblingsorgan. Dieses Testat hat aber einen sehr sehr umfangreichen Lernplan, weshalb ich früh anfangen werde. Zudem muss ich noch meine Prüfung in Histologie, ebenfalls Anfang Oktober bestehen.
Darüber hinaus findet im Sommer die Orga für die traditionelle Ersti-Rallye statt, in welche ich zu einem großen Teil involviert bin und last but definitely not least werde ich mit meiner Familie ein vorerst letztes Mal AIDA fahren, dieses Jahr ausgehend von Venedig im östlichen Mittelmeer.

3. Was sein wird...

Und dann beginnt auch schon mein zweites Studienjahr und somit das (hoffentlich) letzte Jahr in der Vorklinik, also dem ersten Abschnitt des Medizinstudiums. Das nächste Jahr wird, Erfahrungen höherer Semester zufolge, ziemlich hart werden. Vor allem Physiologie und Biochemie werden meinen Tag bestimmen und auch, wenn ich mich auf diese Fächer wirklich schon freue, wird es vermutlich noch anstrengender als das letzte Semester. 
Wenn alles gut läuft, werde ich dann in etwa einem Jahr mein Physikum, das 1. Staatsexamen schreiben. Ich hoffe sehr, dass ich es in Regelstudienzeit schaffe, auf der anderen Seite mache ich mir aber auch nicht zu dollen Stress deswegen, denn davon habe ich so schon genug. Nach dem Physikum geht es dann in die Klinik, aber dazu kann ich zu gegebener Zeit noch einmal ein Update geben.
Ich möchte euch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich im nächsten Jahr vermutlich häufiger Phasen habe, in denen ich wenig bis gar nicht zum Bloggen komme. Wie schon in meinem Auszeit-Post geschrieben, möchte ich meinen Blog als wundervolles Hobby behalten. Wenn ich mir aber den Stress mache um jeden Preis regelmäßig zu schreiben, wird der Spaß daran verloren gehen. Und nicht zuletzt ist mein Studium quasi mein Vollzeitjob und geht somit vor.
Natürlich kann ich euch nicht zwingen trotzdem immer mal vorbeizuschauen, ich würde mich aber definitiv freuen, wenn ihr mir treu bleibt. Nach dem Physikum soll es wieder entspannter werden, dann habe ich auch wieder mehr Zeit hierfür.

(c) thieme.de

Wie auch schon vor einem Jahr hätte ich nicht erwartet, dass ich so viel zu schreiben habe, aber hey, so ist das Leben ;-) Wenn sich jemand von euch für ein Medizinstudium interessiert und vielleicht die eine oder andere Frage habt, könnt ihr euch gern jeder Zeit bei mir melden!

Wie immer freue ich mich, wenn ihr einen Kommentar da lassen mögt, auch wenn es nur ein "Hallo" ist :-)

Macht es gut!
Mareike ♥

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen